E-Mail an Hager

Interview

Yvan Fässler von EKZ Eltop, Goldmedaillengewinner an den EuroSkills 2016 in Göteborg, stattete Hager in Emmenbrücke einen Besuch ab und stand uns in einem Interview Rede und Antwort.



V.l.n.r.: Ivano Vecchiarelli, Verkauf Aussendienst GST Hager AG; Yvan Fässler, EKZ Eltop; Michael Studer, General Manager Hager AG
Michael Studer, Hager AG: Herzlich willkommen! Schön dass Sie sich Zeit nehmen für dieses Interview. Allererste Frage: Wie fühlt man sich als Goldmedaillengewinner an einer Europameisterschaft? Wie war das Gefühl, als Sie ­sahen, dass Sie gewonnen haben?

Yvan Fässler: Das Gefühl war enorm. Was man alles erleben darf und all die Emotionen, das ist schon etwas sehr Eindrückliches. Erwähnen möchte ich auch den Spirit innerhalb der Schweizer Delegation: Wir gingen als Team. Zwar übte jeder «seinen Beruf» aus, wir waren aber trotzdem ein Team und haben uns unter den Wettkampf­bedingungen gegenseitig unterstützt. Das war ein enorm gutes Gefühl.

Können Sie uns kurz Ihren beruflichen Werdegang er­läutern?

Meine Lehre als Elektroinstallateur habe ich im Jahr 2010 bei der EKZ Eltop in Wädenswil begonnen. Die Berufsschule befand sich in Horgen. Ungefähr ein halbes Jahr vor den Abschlussprüfungen wurde ich zu den regionalen Meister­schaften im EBZ (Elektro-Bildungs-Zentrum) Effretikon eingeladen. Ich konnte mich gleich in der ersten Runde durchsetzen. Unter den letzten acht fanden weitere Ausscheidungen statt. So wurden die letzten vier Kandidaten evaluiert, welche dann an der Schweizermeisterschaft teilnehmen konnten. Im Sommer 2014 hatte ich meine Lehrabschlussprüfung in Horgen.

Und, haben Sie gut bestanden?

Ja, mit einer 5.5 (lacht)

Gratuliere!

Dankeschön. Im Herbst nach der LAP fand dann die Schweizermeisterschaft der Elektrobranche im Rahmen der ­SwissS­kills 2014 in Bern statt. Dort habe ich den 3. Rang erreicht und konnte mich für die Europameisterschaft 2016 in Göteborg qualifizieren.

Wie sind Sie mit den Produkten der Firma Hager in Be­rührung gekommen?

Hager lernt man gleich zu Beginn der Ausbildung kennen. Bei uns war es so, dass viele Artikel im Tableau von der Firma ­Hager kamen. Hager begegnet man immer wieder. Insbesondere im Bereich des Wohnungsbaus, zum Beispiel mit Kanälen. Mit zunehmender Erfahrung habe ich gemerkt, dass Hager eine Firma ist, die viele gute Produkte herstellt, welche unseren Ansprüchen gerecht werden.

Wer hat Sie motiviert, an den Meisterschaften teilzu­nehmen?

Ein grosser Teil war Selbstmotivation. Zudem habe ich mich mit Leuten ausgetauscht, um verschiedene Meinungen zu hören. Im Endeffekt bin ich aufgrund meiner Leistungen im ÜK (Überbetrieblicher Kurs), welcher ein Bestandteil der Lehre ist, eingeladen worden. Zudem war ich der Meinung, dass ich mir eine solche Chance nicht entgehen lassen darf.

Was für Aufgaben mussten Sie an dieser Europameisterschaft lösen und wie hoch war der Schwierigkeitsgrad?

Es handelte sich um eine anspruchsvolle Anlage, welche ein grösseres Projekt darstellte und auf eine relativ kleine Installations­fläche komprimiert war. An den EuroSkills gab man uns eine Holzbox mit zwei Seitenwänden, welche absichtlich nicht im 90-Grad-Winkel waren, um die Sache komplexer und anspruchsvoller zu gestalten. Wir mussten eine Kanal- und Rohrinstallation, ein Kabeltrasse sowie ein Tableau in Eigen­regie installieren. Das Schema dazu haben wir erhalten, jedoch stand uns die Disponierung frei. UKV-Leitungen waren auch noch zu installieren, dies alles unter hohem Zeitdruck. Wenn man so etwas nicht auf Zeit trainiert und nicht gewohnt ist, strukturiert und schnell zu arbeiten, ist man chancenlos. Die ­Installation hat 13 Stunden gedauert. Es handelte sich dabei um eine KNX-Installation, welche zusätzlich mit einer IP-Schnittstelle mit einer Klein-SPS verknüpft war. Danach hatten wir 4 Stunden Zeit für die Programmierung. Diese mussten wir anhand der Anforderungsbeschreibung lösen. Die Programmierungsaufgabe war eine Herausforderung, weil sie nicht einer einfachen Grundkonfiguration entsprach. Zudem gab es dazwischen noch einen einstündigen Theorietest über ­Elektrotechnik.

Was schätzen Sie an Hager-Produkten?

Qualität ist sicher wichtig. Und auch eine einfache Handhabung der Produkte ist von Bedeutung. Ich verwende lieber etwas hochwertigere Produkte und habe dafür eine saubere Installation und kann die Arbeit einwandfrei abgeben. Zudem spare ich Zeit.

Schauen wir etwas in die Zukunft. Gibt es etwas, was ­Hager noch verbessern könnte oder ein Produkt, welches Sie noch vermissen?

Es gibt immer etwas zu verbessern (lacht). Es fällt mir gerade nicht wirklich viel ein… Ein Punkt ist die Anwesenheitssimulation, die als eigenes Produkt nicht wirklich vorhanden ist.

Was kann man sich unter Anwesenheitssimulation ­vor­stellen?

Dieses System zeichnet z.B. während einer gewissen Zeit den Ein- und Ausschaltrhythmus der Beleuchtung auf und simuliert dies bei Abwesenheit. So merkt man von aussen nicht, dass niemand zu Hause ist.

Das war jetzt KNX. Gibt es sonst noch andere Produkte, die Sie sich von Hager wünschen würden?

Ganz ehrlich fällt mir auf die Schnelle nichts ein. Gerne würde ich aber eine Visitenkarte mitnehmen und mich bei einem konkreten Fall melden.

Besten Dank für das Interview. Gerne zeigen wir Ihnen nun noch unsere Produktion in Emmenbrücke, getreu nach dem Motto „Made in Switzerland“.